Von 90qm auf 14qm und wieder zurück

Wir sind aus unserer Wohnung ausgezogen, haben zwei Jahre im Wohnmobil gelebt und wohnen nun wieder in einer Wohnung. Also alles beim Alten, oder? Nicht ganz. Unsere Lebenseinstellung hat sich in drei Bereichen durch unsere Reise grundsätzlich verändert.

1. Minimalismus

minimalismus-5-schritte

Ein Wohnmobil ist nicht groß und in einer 90qm Wohnung steht zu viel Kram. Das war uns bewusst. Also haben wir radikal ausgemistet. Wir haben uns auf die Dinge fokussiert, die wir entweder zum Leben brauchen oder die uns ans Herz gewachsen sind. Alles andere haben wir verkauft, verschenkt oder gespendet. Unsere lieb gewonnenen Stücke haben wir eingelagert. Alles Lebensnotwendige ist mit in das Wohnmobil umgezogen.

Zurück in unser neuen Wohnung gibt es wieder jede Menge Platz. Dennoch bleiben wir beim Notwendigsten. Unsere Schränke sind immer noch halb leer und bei jeder Neuanschaffung überlegen wir genau: „Brauchen wir das wirklich?“

Es fühlt sich toll an. Denn wir wissen genau, dass jeder Gegenstand in unserer Wohnung einen Zweck erfüllt.

2. Nachhaltigkeit

Nationalpark Donana

Wir waren schon immer irgendwie „umweltbewusst“; haben vieles wiederverwendet, Plastik so gut es geht vermieden und wenn immer es sich angeboten hat, Bio-Lebensmittel gekauft.

Die letzten 2 Jahre haben wir jedoch viel enger im Einklang mit der Natur gelebt und auch viel extremer auf unsere Ressourcen achten müssen. – Vom schönsten einsamen Strand muss man eben weiterfahren, wenn die 120 Liter Frischwasser aufgebraucht sind…Auf der anderen Seite haben wir in vielen (südlichen) Ländern jeden Menge Müll auf Straßen, am Strand und in der Natur erlebt.

Das hat uns zum Nachdenken bewegt. Die Chance, eine Wohnung neu einrichten zu dürfen, mussten wir nutzen! Wir setzen komplett auf natürliche Materialien. Gleichzeitig wollen wir jedoch nicht auf Qualität, Praktikabilität und Ästhetik verzichten. Wir sind fündig geworden und fühlen uns sehr wohl im neuen Zuhause.

3. Flexibilität

Reichenau

Vertrauensarbeitszeit, Homeoffice-Regelungen und jede Menge Gestaltungsspielraum im Job ermöglichen Flexibilität. So dachten wir jedenfalls immer. Aus einem Berufsalltag kommend, bei dem sich Meeting an Meeting reiht, haben wir unsere ersten Reisetage genauso strukturiert. Flexibel waren wir. Schließlich konnten wir genau dorthin fahren, wo wir hinwollten.

Weit gefehlt! Reisen mit Tagesplänen, TODO-Listen und dann noch mit Baby an Bord ist Stress pur. Realisiert haben wir das schon recht früh. Die Umstellung zum Besseren hat dann jedoch 100 Tage gedauert.

Vielleicht lässt sich unsere neue Einstellung am Besten mit „Treiben lassen“ umschreiben: Wenige, klare Ziele vor Augen, eine variable Zeitachse und jede Menge tolle Erlebnisse auf dem Weg dorthin.

Diese Flexibilität bewahren wir bis heute. Bedeutet das Müßiggang oder Faulsein? Keinesfalls. Das Leben fühlt sich aber viel leichter an.

2 Antworten auf „Von 90qm auf 14qm und wieder zurück“

  1. Zum Absatz Nachhaltigkeit: „Qualität, Praktikabilität und Ästhetik“ mit „natürlichen Materialien“. Klingt gut und es wäre spannend, mehr darüber zu erfahren (also konkrete Beispiele, die vielleicht auch zum nachmachen anregen oder einen auf eigene Ideen bringen könnten). Mit dieser Thematik könnte dieser interessante Blog (dem ich in meinem Blogreader „Feedbro“ immer noch folge) auch inhaltlich weitergeführt werden.

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