Einmal Erde bitte!

Der erste Zyklus ist rum. Wir berichten von unseren Erfahrungen mit der Trockentrenntoilette.

Was bedeutet ein Zyklus?

Unter einem Zyklus verstehen wir die Zeit bis der Feststoffbehälter unserer Trockentrenntoilette voll ist und geleert werden muss. Wie eine Trenntoilette funktioniert und über den Einbau unserer Toilette, haben wir in früheren Artikel bereits geschrieben. 

Normalerweise soll ein Zyklus bei Dauerbenutzung durch 2 Personen 6-8 Wochen dauern. Wir haben jedoch bereits nach 4 Wochen das erste Mal unseren Feststoffbehälter geleert. Innerhalb eines Zyklusses haben wir natürlich viel häufiger den Flüssigkeitstank geleert – ungefähr alle zwei Tage müssen wir da ran.

Was bestimmt die Länge eines Zyklus?

Zum Einen das Offensichtliche – wie die Toilette genutzt wird und wie ballaststoffreich man sich ernährt. Das ist natürlich sehr individuell und darüber wollen wir nicht weiter schreiben. Es gibt jedoch auch andere Einflussfaktoren:

  1. Anfangsbefüllung: In den Feststoffbehälter haben wir Kokosmulch eingestreut, mit dem die festen Ausscheidungen nach jedem Geschäft mit Hilfe einer Außenkurbel vermengt werden. Je nachdem wie viel Kokosmulch man zu Beginn einfüllt, verändert sich auch die Zykluslänge. Wir hatten einen Ziegel Kokosmulch (650g) in drei Litern Wasser hydriert.
  2. Feuchtigkeit: Je mehr Feuchtigkeit in den Feststoffbehälter gelangt, desto schwerer ist es, die Kurbel zu bedienen. Außerdem kommt es eher zu Geruchsbildung. Wir hatten zu Beginn ein recht feuchtes Klima. Deshalb haben wir nach zwei Wochen noch einmal einen halben Ziegel Kokosmulch nachgefüllt – diesmal trocken zerkleinert, also ohne Wasser. Dadurch hatten wir bereits ohne unsere Ausscheidungen eine größeres Volumen im Behälter. Gründe für die Feuchtigkeit waren wahrscheinlich:
    1. Wir haben mit zu viel Wasser im Kokosmulch begonnen.
    2. Wir sind viel bei kalten Temperaturen (unter 10°) unterwegs und dadurch kommt es zu Kondenswasserbildung eben auch in der Toilette.
    3. Wir haben den Lüfter der Trockentrenntoilette dauerhaft laufen; während wir aufgrund der Kälte den Deckenlüfter im Bad recht selten anschalten. Gleichzeitig haben wir auch Wäsche im Bad getrocknet. Wahrscheinlich ging alle Feuchtigkeit einmal durch unsere Toilette.
  3. Papier: Andere Blogs beschreiben, dass auch das benutzte Papier in die Toilette gegeben werden kann. Dadurch erhöht sich natürlich die Menge im Feststoffbehälter. – Wir haben uns dagegen entschieden und sammeln das Papier in einem separaten Eimer. Papier hat unseren Zyklus also nicht negativ beeinflusst.

Der  Flüssigkeitstank hält bei uns ca. 2 Tage. Wir „spülen“ nach jedem Toilettengang einmal mit Wasser (eine Kappe einer alten Deoflasche) nach und sprühen verdünnten Essig auf die Löcher. – Bei dem Flüssigkeitstank von der Airhead muss man übrigens höllisch aufpassen, denn der Behälter ist blickdicht, so dass man den Füllstand nicht richtig einschätzen kann. Nach einer kleinen Panne leuchten wir den Behälter jetzt häufiger von hinten an. Nur um sicher zu gehen 😉

Was passiert am Ende eines Zyklus?

Am Ende eines Zyklus muss der Feststoffbehälter geleert und mit neuem Kokosmulch befüllt werden:

Ist die Toilette wirklich geruchlos?

Wir waren sehr gespannt. Hält die Komposttoilette, was sie verspricht? – Ja, tut sie. – Im Wohnmobil und auch während der Benutzung riechen wir die Toilette gar nicht! Es lässt sich lediglich ein ganz leichter Essiggeruch wahrnehmen. Außerhalb unseres Wohnmobils, direkt vor der Lüftung, riecht man…Erde. Das ist zunächst verwirrend, aber keinesfalls eklig oder auch nur annähernd so penetrant, wie ein Chemieklo.

Der „schwierigste“ Geruch entsteht beim Abnehmen des Urintanks. Die Harnsäure verwandelt sich zu Ammoniak und der riecht nicht wirklich angenehm, lässt sich aber aushalten.

Fazit:

Für uns hat sich die Anschaffung der Komposttoilette definitiv gelohnt. Es ist einfach, hält lange, riecht nicht und ist auch noch ökologisch.

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