Ohne Plastik in der Küche

Geschirr, Besteck und Töpfe haben wir natürlich; sogar so hochwertig, dass wir alles behalten möchten. Allerdings hat unsere aktuelle Ausstattung einen entscheidenden Nachteil. Sie ist viel zu schwer. Deshalb haben wir uns entschlossen, den Großteil einzulagern und uns für die zwei Jahre neu auszustatten.

Geschirr

Beim Geschirr haben wir lange gesucht ehe wir etwas passendes gefunden haben. Es sollte leicht sein, es sollte schadstofffrei sein und es sollte ökologisch sein. Deshalb haben wir uns für Bioplastik entschieden. – Einfacher gesagt als gekauft. – Die meisten Angebote erscheinen eher wie „greenwashing“ und nicht wie echtes biologisches Geschirr.

Campinggeschirr besteht häufig aus Melamin. Melamin hat viele Vorteile, es ist leicht, beständig, bruchfest und kratzfest. Außerdem kann es gut zu neuem Melamingeschirr recycelt werden, solange es in Reinform vorliegt. Melamin hat jedoch auch einen ganz großen Nachteil, der besonders bei Essgeschirr zum Tragen kommt. Ab ca. 70 Grad Celsius beginnt Melamin Formaldehyd auszudampfen. Darauf hatten wir wirklich keine Lust.

Die gängige Alternative ist Bambusgeschirr. Viele Anbieter werben mit 100% Bambus. Wenn das Geschirr jedoch nicht aus einem Stück Holz geschnitzt bzw. gedrechselt ist, sondern aussieht wie Steingut oder Plastik, dann kann es rein chemisch nicht 100% aus Bambus bestehen.  Die Bambusfasern benötigen einen Klebstoff und in den meisten Fällen wird dafür Melamin benutzt. Wie schon oben beschrieben hat Melamin die unangenehme Eigenschaft ab 70 Grad Formaldehyd auszudampfen. Außerdem kommt hinzu, dass dieser Verbundstoff nicht mehr recyclebar und durch das Melamin nicht mehr kompostierbar ist. Damit erscheint uns die Ökobilanz von den Bambusgeschirrsets schlechter als die von reinem Melamingeschirr.

Wir haben jedoch einen Anbieter gefunden, der aus Maisstärke gewonnenes PLA (Polylactid) als Klebstoff für sein Bambusgeschirr nutzt. Da PLA genauso wie Bambus kompostierbar ist, ist dieses Geschirr wirklich zu 100% recyclebar. Auch hat PLA keine gesundheitsschädigenden Nebeneffekte wie Melamin. – Problem: Der Hersteller Ecosoulife sitzt in Australien. Für eine einzelne Lieferung in Australien bestellen, ist natürlich nicht sonderlich ökologisch. Daher haben wir uns für einen Kompromiss entschieden und hier in Europa bestellt. Unsere Müslischalen gab es zwar nur in eckig und nicht in rund. Aber was soll’s…

Küchenzubehör - Bambusgeschirr

Diese Teile haben wir bestellt:

Besteck

Besteck

Beim Besteck haben wir uns viel leichter getan und einfach ein leichtes Edelstahlbesteck bei Depot gekauft. Nun haben wir 6 Messer, 6 Gabeln, 6 Esslöffel, 6 Teelöffel und 2 Kuchengabeln; ausreichend, um nicht nach jedem Essen sofort abwaschen zu müssen.

Töpfe

Als Kochgeschirr nehmen wir aus unserem Bestand einen großen und einen kleinen Topf mit. Das Gewicht der Töpfe ist ok. Außerdem haben wir uns eine neue Pfanne gegönnt, die sehr viel leichter ist als unsere bisherigen Pfannen und gleichzeitig einen einklappbaren Griff hat. So nimmt sie nicht so viel Platz im Schrank weg.

Bratpfanne

Bratpfanne

Da wir keinen strombetriebenen Wasserkocher mitnehmen wollen, haben wir uns einen 300ml Wasserkessel gekauft. Er ist ebenfalls super klein, super leicht und reicht genau für eine Tasse Tee. Auch unsere Nespresso Kaffeemaschine musste einer Bialetti Venus weichen. Diese Bialetti ist übrigens aus Edelstahl und funktioniert auf Gas-, Elektro- und Induktionsherden.

Wasserkocher und Bialetti

Vorratsdosen

Die Dosen waren wahrscheinlich am schwierigsten zu finden. Auch hier sind wir einen Kompromiss eingegangen. Ursprünglich wollten wir Vorratsdosen, die leicht, bruchfest, nicht klappernd, durchsichtig, gut stapelbar, gesund und ökologisch sind.

Damit sind fast alle Hersteller rausgefallen. In unserer Wohnung hatten wir bisher Vorratsdosen aus Glas. Die sind zwar toll, aber viel zu schwer. Metall fällt raus, weil es nicht durchsichtig ist. Also bleibt auch hier nur Plastik. Alle Bioplastik-Dosen, die wir finden konnten, waren leider nicht durchsichtig. Also sind wir bei traditionellem Plastik gelandet. Auch dabei gibt es große ökologische und gesundheitliche Unterschiede. Ökologisch „sauber“ wären Polypropylen-Dosen; leider auch alle milchig und mit unpraktischem Deckel.

Schlußendlich haben wir uns für das Modula System von Rosti Mepal entschieden; wohlwissend, dass dies nicht ideal ist. Da wir die Vorratsdosen jedoch auch nach unserer Rückkehr weiterverwenden wollen, konnten wir den Kauf mit unserem Gewissen vereinbaren. Die Behälter sind aus einer Mischung aus SAN (Styrol-Acrylnitril) und ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol). Unserer Recherche nach sind die Dosen bei Zimmertemperatur ungefährlich.

Vorratsdosen

Wer Lust hat, sich näher mit den verschiedenen Plastiksorten zu beschäftigen, kann sich bei Greenpeace informieren. Greenpeace hat eine Kunststoff-Pyramide entworfen. Sie dient zur Einordnung der Gefährlichkeit bzw. der Umweltverträglichkeit der verschiedenen Kunststoffe.

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